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Das parasympathische Nervensystem

Das parasympathische Nervensystem ist ein Teil des autonomen Nervensystems. Es reguliert automatisch eine Vielzahl lebenswichtiger Körperfunktionen – ganz ohne, dass wir bewusst darüber nachdenken müssen. Dazu gehören unter anderem Blutdruck, Atmung, Herzfrequenz und Verdauung.

Das autonome Nervensystem besteht aus zwei Systemen, die ständig zusammenarbeiten, um den Körper im Gleichgewicht zu halten: das sympathische und das parasympathische Nervensystem.


🚨 Das Alarmsystem des Körpers

Das sympathische Nervensystem wird aktiviert, wenn der Körper Stress, Druck oder Gefahr wahrnimmt. Es bereitet den Körper auf schnelles Handeln vor und wird deshalb oft als Alarmsystem des Körpers bezeichnet – auch bekannt als das „Fight-or-Flight-System“.

Dieses System hat sich entwickelt, um uns auf unmittelbare Gefahren vorzubereiten – zum Beispiel, wenn wir vor einem Löwen fliehen müssten.

Wird das sympathische Nervensystem aktiviert, steigen Herzfrequenz und Blutdruck, die Muskeln spannen sich an und der Körper mobilisiert Energie, damit wir schnell reagieren können.

Dasselbe System wird auch aktiviert, wenn wir unter beruflichem Druck stehen, Sorgen haben oder mit Herausforderungen im Privatleben konfrontiert sind.


🌿 Das natürliche Ruhe-System des Körpers

Das parasympathische Nervensystem wirkt als Gegenspieler zum Alarmsystem des Körpers.

Es wird vor allem während Ruhe und Erholung aktiviert und wird deshalb oft als das natürliche Ruhe-System des Körpers oder als „Rest-and-Digest-System“ bezeichnet. Dabei wechselt der Körper vom Alarmzustand in die Entspannung.

Eine der wichtigsten Strukturen des parasympathischen Nervensystems ist der Vagusnerv, der das Gehirn unter anderem mit dem Herzen, der Lunge und dem Verdauungssystem verbindet.

Wird der Vagusnerv aktiviert, sendet er Signale an den Körper, dass es sicher ist, loszulassen. Dies kann zu einer ruhigeren und tieferen Atmung, einer niedrigeren Herzfrequenz, einer besseren Verdauung und weniger innerer Unruhe führen.

Kurz gesagt erhält der Körper die Möglichkeit, sich zu erholen und neue Energie zu tanken.


🌙 Warum fällt es manchmal so schwer, zur Ruhe zu kommen?

Vielen Menschen fällt es schwer, das natürliche Ruhe-System des Körpers zu aktivieren.

Besonders in Zeiten von Stress, Sorgen oder nach längerer körperlicher oder mentaler Belastung kann der Körper im Alarmzustand bleiben.

Je länger sich der Körper in diesem „kampfbereiten“ Zustand befindet, desto schwieriger kann es werden, die tiefe Ruhe zu finden, die wir für Erholung und guten Schlaf benötigen.


💚 3 Möglichkeiten, das Ruhe-System deines Körpers zu unterstützen

Diesen Monat schließen wir unser Schlafmagazin nicht mit drei klassischen Schlaftipps ab. Stattdessen möchten wir dir drei einfache Möglichkeiten zeigen, wie du dein parasympathisches Nervensystem unterstützen und deinem Körper den Übergang von Aktivität zu Ruhe erleichtern kannst.

Was am besten hilft, ist individuell verschieden. Viele Menschen empfinden jedoch folgende Maßnahmen als wohltuend:

🌊 1. Die Geräusche von Wasser oder der Natur

Das Rauschen von Wellen, Regen oder Vogelgesang – eventuell kombiniert mit einem ruhigen Spaziergang – kann auf viele Menschen beruhigend wirken.

🧘 2. Ruhige Atemübungen und Meditation

Langsame, bewusste Atemübungen und Meditation können dabei helfen, das Tempo zu reduzieren und innere Ruhe zu finden.

🤍 3. Tiefer Druck (Deep Pressure Stimulation)

Tiefer Druck kann durch lange, herzliche Umarmungen oder den sanften Druck einer Gewichtsdecke entstehen. Viele Menschen empfinden diese Art der Stimulation als beruhigend und unterstützend beim Übergang in die Entspannung.

Wenn der Körper dabei unterstützt wird, zur Ruhe zu kommen, schafft dies bessere Voraussetzungen für einen tiefen, erholsamen und entspannten Schlaf.


📚 Quellen

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